Gastbeitrag von Klaus Schumacher, stellvertretender Schulleiter unserer Friedrich-Ebert-Schule:

Als Schule sehen wir unseren Erziehungs- und Bildungsauftrag auch in der Präventionsarbeit gegen jegliche Form von Diskriminierung und Rassismus. Um dieser Verantwortung gerecht zu werden, finden im Laufe des Schuljahres verschiedene Projekte und Veranstaltungen statt. Dies gehört zu unserem Selbstverständnis als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Seit mehr als einem Jahr besuchen wir mit den jeweiligen 10. Klassen Workshops vom Verein „Zweitzeugen e.V.“ gegen das Vergessen der Gräueltaten in der Zeit des Nationalsozialismus.

In den Workshops geben junge Menschen persönliche Erzählungen von Holocaust-Überlebenden (Zeitzeug*innen) wieder, mit denen sie sich lange und intensiv ausgetauscht haben. Diese jungen Menschen sind somit „Zweitzeug*innen“. Viele Zeitzeug*innen sind bereits verstorben oder aufgrund ihres Alters nicht mehr in der Lage, ihre Geschichte selber zu erzählen. Damit die Zeitzeug:innen nicht verstummen, wird das Leben vor, während und nach dem Holocaust von den „Zweitzeug*innen“ geschildert. Die persönlichen Erfahrungen der Zeitzeug*innen machen die Auswirkungen der nationalsozialistischen Verbrechen für die Heranwachsenden anders greifbar als abstrakt vermittelte Zahlen und Fakten zum Thema Holocaust.

Auch in diesem Schuljahr konnten wir durch die finanzielle Unterstützung unseres Fördervereins wieder für alle Klassen der Stufe 10 jeweils einen Workshop besuchen. Die Schülerinnen und Schüler zeigten sich sehr interessiert und waren von der persönlichen Schilderung des Lebens von Jüdinnen und Juden sehr bewegt. Besonders die schrittweise Reduzierung der Rechte von Jüdinnen und Juden durch immer mehr Gesetze im Vergleich zum Alltag eines Schulkindes heute hinterließ einen nachhaltigen Eindruck.

Diese Workshops sind somit ein wichtiger Beitrag zur politischen Bildung unserer Schülerinnen und Schüler und ein zentraler Baustein in unserem breiten Engagement gegen Rassismus und Extremismus.

Wir danken dem Förderverein herzlich für die Unterstützung dieser Aktion!

Fotos: Herr Schumacher